Cold Waters

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    • Cold Waters

      Moin,

      wer an Marinesimulationen interessiert oder ein Fan von "The Hunt for Red October" ist, sollte mal einen Blick auf "Cold Waters" werfen:

      store.steampowered.com/app/541210/Cold_Waters/

      Ein Spiel aus der Kategorie "easy to learn, hard to master". Vom Interface (man sieht sein Boot in der Außenansicht) und der Steuerung (WASD und andere Tastaturkommandos) her kommt zunächst ein ziemlicher Arcade-Eindruck auf, der sich nach den ersten Spielminuten im voreingestellten "Easy"-Modus auch scheinbar bestätigt - aber sobald man den Schwierigkeitsgrad höher stellt, merkt man, dass unter der zugänglichen Arcade-Oberfläche eine ziemlich knackiger Unterbau lauert.

      Die Story ist das klassische "Red Storm Rising"-Szenario: Dritter Weltkrieg wahlweise 1968 oder 1984 im europäischen Nordmeer. Man pilotiert eins von mehreren verfügbaren US-U-Boot-Modellen gegen die Sowjets. Weitere steuerbare Boote anderer Nationen sind aber bereits angekündigt. Es gibt Einzelmissionen und eine "dynamische" Kampagne, in der der Verlauf des Seekriegs Auswirkungen auf den Krieg an Land hat. Das ist teilweise etwas weit hergeholt, aber es soll ja auch nicht der Landkrieg simuliert werden. Man bewegt sein Boot über eine strategische Karte und bei Kontakt wechselt das Spiel in den taktischen Modus. Und der hat es in sich...feindliche U-Boote abfangen, Überwasserverbände angreifen, SEAL-Teams anlanden, Angriffe auf Landziele mit Marschflugkörpern - alles dabei, was das Herz begehrt. Die Themen der Missionen wiederholen sich zwar nach einiger Zeit, aber da die Settings immer anders sind - je nachdem, wo und unter welchen Umständen der Kontakt zustande kommt und wer der Feind ist - ist genug Abwechslung gegeben.

      Der Schwierigkeitsgrad ist nicht zu unterschätzen. Man kann zwar relativ schnell Versenkungserfolge erzielen, aber was nützt einem das, wenn der vorher als Vergeltung abgeschossene feindliche Torpedo sein Ziel ebenso findet? Man muss also taktisch überlegt vorgehen; umso mehr, da man immer als einzelnes Boot dem Feind zahlenmäßig unterlegen ist. In den Verband reinkommen und das Primärziel zu versenken ist keine Kunst - dann aber den wütenden Eskorten, ASW-Helikoptern oder dem bisher unentdeckt gebliebenen Diesel-U-Boot (die Teile sind im Gegensatz zu den traditionell sehr lauten sowjetischen Nukes verdammt leise!) zu entkommen, ist eine ganz andere Geschichte. Thermische Schichten, Kavitation und Oberflächengeräusche haben Auswirkungen und müssen in Betracht gezogen werden; wie man das von Tom Clancy halt so kennt. Mit einfachen Mitteln wie einem suchend aktiv pingenden Torpedo kann dann ganz schön Spannung erzeugt werden - "Red October" lässt grüßen.

      Ich kann das Spiel nur empfehlen, da es eine gut ausgewogene Mischung zwischen Simulation und Zugänglichkeit bietet. Im Gegensatz zu Interface-Monstern wie "Command Modern Naval/Air Operations" kann man quasi sofort loslegen, da die Steuerung schnell erlernt ist. Damit fängt es aber erst an... in der taktischen Meisterung liegt dann das Herz des Spiels. Simulationspuristen werden zwar ihre Nase rümpfen (sie tun es bereits - Außenansicht? Keine bis auf den letzten Regler detaillierte Simulation des X567-Schlagmichtot-Sonarbedienpanels? WASD-Steuerung??? Steinigt sie!), aber damit kann man gut leben. Dafür verkauft sich das Spiel scheinbar ganz gut und Erweiterungen sind in Aussicht.
      Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass im Grunde eine Beta-Version veröffentlicht wurde. Das Spiel hat noch einige Bugs und es fehlen kleinere Features. Aber: Es wurde seit Release fast täglich ein Patch geliefert und die Entwickler beherzigen dabei das Feedback der Spieler, um an den richtigen Schrauben zu drehen. Daher muss der etwas unfertige Zustand nicht zwingend nur nachteilig sein.

      Macht Spaß! :thumbup:

      "...ein atomarer Schlagabtausch ist sanitätsdienstlich nicht beherrschbar."

      "Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen!" - Jean-Claude Juncker