This War of Mine




  • Kaum war Emilia gegangen, kam wieder diese Bande von Plünderen. Sie stahlen uns unsere letzten Vorräte, so dass nun gar keine Lebensmittel mehr im Hause sind. Wenigstens kam Emilia heil wieder nach hause. Doch Bruno geht es dafür wieder wesentlich schlechter. Er wird es sicher nicht mehr lange ausshalten können. Und für einen Streifzug ist Emilia heute nicht mehr in der Lage. Zumal ihre Wunde auch immer schlimmer wird. Der laue Hoffnungsschimmer scheint sich schnell wieder zu verdunkeln...



    Ob du es glaubst oder nicht, es gibt wirklich nicht viele ehrbare Menschen in ehrloser Zeit.


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    und unter meinem schwarzen Kleid macht es leise Tick - Tack.





  • Bruno ist verschwunden. Nur wieso? Lebensmittel gab es zwar keine mehr, dafür nahm Bruno aber die letzten Verbandspäckchen mit. Und Emilias Wunde blutet richtig, da sie wieder aufgebrochen ist. Ohne Verbandspäckchen ist es nur noch eine Frage von wenigen Tagen, bis Emilia stirbt und niemand ist da, um ihr zu helfen...

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  • Es ist vorbei. Emilia ist letzte Nacht ihren Wunden erlegen. Die Gruppe ist auseinander gebrochen und der Krieg herrscht weiter über Porogen. Die Opfer sind nicht namenlos, doch ihre Listen werden eine lange Gedenktafel füllen. Mögen zukünftige Generationen ohne solch schreckliche Ereignisse leben können und nur noch über Geschehnisse verganger Tage sprechen.




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  • Dies ist war der letzte Tag in meinem ersten Durchlauf von This War of Mine. Es ist, wie ich bereits eingangs erwähnt habe eine Perle von Spiel. Vom ersten Moment an, als ich von diesem Spiel in einer ZDF Dokumentation über Gewalt und Krieg in Videospielen gehört habe und durchweg alle Medien nur positives berichtet und von der Idee, ein Kriegsspiel mal etwas anders, etwas erwachsener aufzubauen, war ich hin und weg für diesen Titel und habe den Release Tag entgegen gefiebert. Und ich bin auf ganzer Linie nicht enttäuscht wurden.
    In Forum habe ich gelesen, ob man bei This War of Mine davon sprechen kann, dass es "Spaß" macht. Eine der Antworten war: "Nein, es [This War of Mine] hat mir keinen Spaß gemacht. Aber es hat mich sehr gut unterhalten." Nun, ganz so kann ich es nicht stehen lassen. Mir hat es durchaus Spaß gemacht. Spaß muss man nicht immer mit Freude und Lachen in Verbindung bringen. Es hat sicherlich viel mit dem Unterhaltungswert zu tun. Der ist hier gegeben und hoch anzusetzen, wenn man sich darauf einlässt. Doch dazu komme ich gleich noch. Nein, was ich meine ist, das Spiel fängt, schon fast wie ein Film, Momente ein, die zwischen Traurigkeit und Freude so wechseln, wie es selbst nur die wenigsten Filme hinbekommen. Mna freut sich über diverse Kleinigkeiten bei diesem Spiel. Man freut sich mit seinen Spielfiguren, wenn sie etwas "schönes" erlebt haben. Wenn man einem angeschossenen Vater helfen kann, zu seinem Baby zu gelangen, oder den Nachbarn hilft, jemanden aus einem zusammengestürzten Gebäude zu bergen. Und im nächsten Moment drischt einen das Spiel die Faust ins Gesicht und man steht vor knallharten Problemen, die einem die ganze Gruppe nehmen können. Der für mich tiefgreifenste Moment war wohl der, als ich im Haus des alten Rentnerehepaares den Mann erschlug. Eigentlich wusste ich, dass er mir, bzw Pavle nichts tun würde. Er war unbewaffnet und für eine Sportler wie Pavle auch körperlich keine Gefahr. Doch ging er mir Schritt um Schritt hinterher und flehte und bat darum, dass man sie doch unbehelligt lassen könne. Auch wenn es nur ein einzelner Mausklick war und nur ein Pixeltod, so hat mich das ganze doch sehr getroffen und nachdenklich gemacht. Es kennt schließlich jeder Situationen, die diese ähneln, wenn auch nicht so radikal. Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, seine Faust im Gesicht eines nervenden Idioten, der um einen herum springt, zu parken? Nur, wie würde man dann in einer solchen psychologischen Situation nun doch selber reagieren? Bei anderen Spielfiguren hat es mich dann wieder weniger gestört, wenn es zum Beispiel eine Bande von Plünderern war. Doch es ist wieder nur im Spiel und ich denke, dass dies dann genauso auf die Psyche schlägt, was das Spiel mit den Spielfiguren auch gut eingefangen hat.


    Was bleibt also nun? Was muss man für ein Fazit ziehen? Positiv ist dem Spiel anzurechnen, dass es sich an eine Thematik herantraut, die ich in einem Videospiel so noch nicht erlebt habe, zumindest in keinem, was so konsequent ist. Ich denke, die Aussage der Entwickler, dass Videospiele erwachsener werden müssen, wenn sie irgendwann mal als Kunst betrachtet werden wollen, kann man so stehen lassen. Und mit ihrem Produkt haben sie bewiesen, dass es geht.
    Technisch ist das Spiel solide, wenn auch kein Meilenstein. Aber das braucht es auch nicht. Sonst bleibt zu erwähnen, dass man sich, wie oben bereits erwähnt, auf das Spiel einlassen muss. Ein Sidescroller ist nicht jedermans Sache. Meine eigentlich auch nicht, doch war ich positiv angetan von der Umsetzung. Auch muss man sich klar sein, dass der Überlebensaspekt hier besonders groß ist. Man kann nicht einfach mit einem Sturmgewehr sich durch Gegnerhorden schießen. Bodycount braucht man nicht und gibt es nicht und wäre hier auch völlig fehl am Platze. Es wird nichts verschönt an einem Krieg, sondern eher angeklagt. Vieles allerdings nur auf abstrakte Weise und auf der Metaebene des Spiels. Wenn man es allerdings schafft, in dieses Spiel einzutauchen, dann ist einem eine gute Unterhaltung garantiert. Für den ersten Spieldurchlauf jetzt, habe ich etwa 10 Stunden benötigt. So dass das Spiel relativ zügig an eine Wochenende durchaus durchgespielt werden kann. Ich werde es in den kommenden Tagen und Wochen auf jeden Fall noch ein mal durchspielen, ohne nach jedem Tag einen Beitrag zu schreiben und mich in die Spielwelt einzufügen und einzutauchen. Wie hoch der Wiederspielwert sein wird, wird sich zeigen. Ich vermute stark, dass es ein Spiel ist, was man immer mal wieder aus dem Schrank holen kann. Denn es wird sich immer etwas anders spielen. Vielleicht nicht so, wie ein Civilization, doch gewisse Reizpunkte sind da.
    Das einzig wirkliche und auch nicht zu verachtende Manko am Spiel ist die fehlende Sprachausgabe. Sicher können unprofessionelle Spreche in so einem Spiel nicht nur deplaziert wirken, sondern die ganze Atmospähre zerstören, doch wäre die ohnehin schon sehr gute Atmosphäre in diesem Spiel mit guten Sprechern dichter als der morgentliche Nebel auf einer Weide nach einer kühlen und feuchten Nacht in einem Moor. Dies ist dann allerdings auch der einzige wirkliche Kritikpunkt den ich an das Spiel habe. Eine längere Spielzeit wäre sicher wünschenswert (laut Hersteller soll das Spiel und der Krieg nach 20 bis 45 Tagen enden), doch auch mit der aktuellen Spieldauer kann man gut leben. Letztlich bleibt zu sagen, dass das Spiel jeden seiner Cents von knapp 20 Euro Kaufpreis wert war.


    Es würde mich freuen, wenn ihr etwas Interesse an dem Spiel gewonnen habt und es euch bei Steam vielleicht auch zulegt. Es ist einfach ein projekt, welches eine Breite Unterstützung verdient hat. Ansonsten werde ich diesen Thread als AAR zu This War of Mine nicht weiter führen. Solltet ihr allerdings Fragen haben, werde ich sie euch hier sehr gerne beantworten.


    PS: Danke für alle, die die langen Bildersrecken und eher unschön geschriebenen Texte durchgehalten haben. Ich hoffe es hat sich gelohnt. Bei der nächsten AAR werde ich versuchen, es etwas anders anzugehen, wobei ich mir noch nicht schlüssig bin, ob es eine zu Distant Guns Jutland oder Graviteam Tactics: Operation Star (auch bekannt als Achtung Panzer: Operation Star) werden wird.

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